Archiv für den Monat: November 2013

Die erste Woche Schreibmarathon

Der Start vom Nanowrimo war ein wenig holprig bei mir. Jeden Tag mindestens 1.667 Wörter war der Vorsatz. Und dann startete der Schreibmarathon mit einem Wochenendbesuch von sehr guten Freunden, die man lange nicht gesehen hatte. Und natürlich gab es sehr viel zu bereden.

Tag 1 (Freitag)
Da ich hoch motiviert an die Sache ran ging, war der erste Tag sehr gut. Ich startete schon um Mitternacht. Um 2.00 brach ich allerdings ab, weil ich morgens beim Kunden gebucht war. Bin also früh hoch und früher als sonst los. Statt direkt zum Kunden schrieb ich auf dem Parkplatz im Auto die noch nötige Wortanzahl in den Laptop. Ich kam auf 1.800 Wörter. Super gelaufen.

Tag 2 (Samstag)
Nun waren die Freunde zu Besuch, mit denen man natürlich einiges zu bequatschen hatte. Ich lehnte mich mit der Gewissheit zurück, dass ich schon alles wieder aufholen würde. Ich brachte es an diesem Tag nur auf schlappe 550 Wörter.

Tag 3 (Sonntag)
Heute machte ich mich schon um 6.30, als alle noch schliefen, an die Arbeit. Gegen 9.00 musste ich die Brötchen sorgen. Nach dem Frühstück verabschiedete sich der Besuch und ich machte mich gegen 13.30 wieder an die Arbeit. Zwei Stunden konnte ich nutzen, bis die Kinder wieder von der Oma zurück waren. Nach dem Abendessen habe ich gleich weiter gemacht und tatsächlich gut aufgeholt. Aber es hat schon seine Zeit gebraucht, bis ich mich erst mal warm geschrieben hatte. Dann lief es eigentlich. Obwohl lange am Schreibtisch gesessen, sind nur 2.058 Wörter dabei heraus gekommen. Immerhin der Spitzenwert bislang.

Tag 4 (Montag)
Besuch von Herrn Murphy bekommt man immer dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Nachdem ich am Sonntag für meine Verhältnisse ganz gut aufgeholt hatte, warfen sich mir heute ein paar Hürden in den Weg. Die Idee, noch vor der Arbeit zu schreiben, ließ sich am Freitag noch gut umsetzen. Doch am Montag kam mir ein Stau in die Quere. So hatte ich bis zum eigentlichen Arbeitsbeginn nur eine dreiviertel Stunde zum Schreiben. Mein Ärger über diese Verzögerung lenkte mich ab, so dass ich nicht flüssig schreiben konnte. Ich habe so gut wie nichts zustande gebracht.
Nach Feierabend wollte ich die erste abendliche Verabredung zum Sport nicht absagen. Sie kam mir gerade recht, um mich zu entspannen. Das kam mir vernünftig vor. Die zweite abendliche Verabredung zu Tapas und Wein war zwar auch entspannend. Sinnvoll im Hinblick auf meine derzeitige Wortanzahl war das nicht. Letzten Endes habe ich heute tatsächlich nichts hoch geladen. 0 Wörter.

Tag 5 (Dienstag)
Heute war Home Office angesagt. Mit den Kindern im Haus ist es ratsam, sich akustisch abzuschotten, wenn man nicht durchdrehen will. Das setzte ich mit gut isolierten Kopfhörern und Filmmusik um. Das klappte ganz gut. Da mehrere Aufträge zu bearbeiten waren, wurden es heute nur knapp 660 Wörter. Wenig. Und für den Nanowrimo erst recht zu wenig. Aber ich sage mir, dass sich dieser intensive Schreibprozess noch zurecht takten muss. Außerdem geht es mir in erster Linie darum, die Geschichte voran zu bringen. Und das funktioniert bis jetzt. Wenn auch sehr langsam.

Tag 6 (Mittwoch)
Schon wieder nichts geschrieben. Tagsüber sehr viel illustriert und abends müde. Ich komme tatsächlich noch nach Mitternacht dazu, etwas zu schreiben. Das wertet der Zähler dann natürlich erst morgen. Macht nichts. Es kann nur mehr werden.

Tag 7 (Donnerstag)
Dieser Tag war auch ein arbeitsreicher. Ich bin ja froh, dass es momentan so gut läuft. Mit dem Schreiben wird es wieder erst am Abend etwas. Mit den etwa 400 Wörtern von dieser Nacht komme ich heute auf insgesamt 2.359 Wörter. Endlich mal mehr geschafft.

Fazit der ersten Woche
Der aktuelle Stand gibt nicht gerade Anlass zur Hoffnung, das Ziel von 50.000 Wörtern bis zum 30. November noch zu erreichen. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache. Ich habe im Schnitt 928 Wörter pro Tag geschrieben. Zu wenig, um das Ziel zu erreichen. Allerdings waren zwei Tage dabei, an denen ich gar nicht zum Schreiben kam. Das lässt mich doch noch hoffen.
Ich habe übrigens mal mit Stoppuhr meine Schreibgeschwindigkeit gemessen. Zwei Messungen ergaben im Schnitt 500 Wörter pro Stunde. Mehr ging bislang nicht. Allerdings muss ich feststellen, dass die Schreibgeschwindigkeit während des Schreibens etwas zunimmt. Spricht wohl dafür, dass ich mich immer warm schreiben muss.

Soweit mein Bericht über meine Erfahrungen beim Akkordschreiben während der ersten Woche des Nanowrimos. Ich hoffe sehr, dass ich in der nächsten Woche bessere Neuigkeiten habe.

Man liest sich!
J.J.

Nanowrimo 2013 – Morgen geht es los

Morgen beginnt er, der National Novel Writing Month. Mindestens 50.000 Wörter sollen das Ergebnis des Schreibmarathons am Ende des Novembers sein.  Das sind gerundet 1.667 Wörter pro Tag. Das wiederum sind etwa sieben Manuskriptseiten (60 Zeichen x 30 Zeilen). Das ist viel. Noch viel mehr ist es, wenn man ohne Planung in so ein Projekt startet. Dann wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Rohrkrepierer – es sei denn, man ist der geborene Discovery writer.

Ich finde am Nanowrimo den eng gesteckten Zeitrahmen zur Fertigstellung des ersten Entwurfs reizvoll, weil er mich zum Organisieren und Planen zwingt. Schließlich nehme ich mir für dieses Projekt keinen Urlaub von meinem Brotberuf oder meiner Familie. Die Kunst ist es, die Zeit zum Schreiben in den Alltag zu integrieren. Ich hoffe, dass ich am Ende des Monats einen brauchbaren Rohentwurf habe. Den werde ich dann zwei bis drei Wochen ruhen lassen. Das wird mir in der hektischen Vorweihnachtszeit sicher nicht schwer fallen. Meine gewonnenen Zeitoasen fürs Schreiben möchte ich dann allerdings beibehalten. Es müssen ja dann nicht zwingend sieben Seiten pro Tag sein. Es gibt da noch ein paar Kurzgeschichten, die in Form gebracht werden wollen …

Dabei fällt mir ein, dass ich vielleicht endlich mal damit rausrücken sollte, worum es in meiner geplanten Geschichte geht:

Der neunte Kopf der Hydra
Berichte über Menschen, die ihr Gedächtnis verloren haben, sind ein beliebter Ansatz für Kriminalgeschichten. Die Betroffenen haben meist einen Teil ihrer Erinnerungen verloren. Im Laufe der Zeit kehren die verschollen geglaubten Erlebnisse wieder. Häppchenweise, aber langsam genug, um den Spannungsaufbau zu wahren. Dies ist eine ähnliche Geschichte. Mit einem kleinen Unterschied …
Adam befindet sich seit fünf Jahren in Therapie in einer neurologischen Klinik. Er hat sein Gedächtnis nicht nur zum Teil, sondern ganz verloren. Komplett ausradiert. Er musste nicht nur wieder sprechen lernen. Grundlegende Fähigkeiten wie zum Beispiel Lesen, Schreiben, Gehen, Verwendung von Messer und Gabel waren aus seinem Gehirn gelöscht.
Als er endlich vernehmungsfähig ist, wird er von der Polizei verhört und erfährt, dass man ihn vor fünf Jahren nur mit einer Hose bekleidet an einem Bahndamm in der Nähe eines verunglückten Zuges entdeckt hat. Konnte er aus dem Waggon klettern? Ist er herausgeschleudert worden? War er überhaupt im Zug gewesen? Wenn nicht, was hatte er dann am Bahndamm zu suchen? Warum war Adam nur mit einer Hose bekleidet? Warum hatte Adam keine Papiere bei sich, durch die man auf seine Identität hätte schließen können? Hat er etwas mit dem Zugunglück zu tun und täuscht seine Amnesie nur vor? Adam kann die Fragen der Polizei nicht beantworten. Ihr Misstrauen ist geweckt.
Er wird schließlich aus der Klinik entlassen. Ihm werden staatliche Fördermittel bewilligt, die ihm die ersten Schritte in sein neues, selbstständiges Leben erleichtern sollen. Eine Wohnung wird ihm für sechs Monate bezahlt. Er begibt sich auf Jobsuche. Dabei hat er ständig das Gefühl, beobachtet zu werden.
Während seiner Tätigkeit als Gärtner kommt es zu einem kleinen Unfall. Für ihn ist es ein einschneidendes Erlebnis. Adam wird klar, dass er anders ist als andere Menschen.

Und jetzt sind es nur noch 30 Minuten, bis es mit dem Schreiben der eigentlichen Geschichte endlich losgehen kann. Hier kann man übrigens sehen, um wieviele Wörter „Hydra“ täglich wächst:

Jasper Jetlag beim Nanowrimo

Man liest sich!
J.J.