Nanowrimo 2014 – Die dritte Woche

Ich hätte nicht gedacht, dass mich die Zweifel doch noch einholen würden. Alles lief so gut bisher. Doch jetzt wurde ich durch Arbeit und Familie doch etwas ausgebremst. Bis jetzt sind es 35.177 Wörter. Sogar 177 Wörter mehr als nötig, um im Schnitt zu bleiben. Doch für die kommende Woche gibt es wenigstens zwei Tage, an denen ich das Tagesziel bestimmt nicht erreiche.

Was auch passieren mag: Bis heute lief alles im Schnitt ziemlich gut. Ich bin sehr gut vorangekommen. Also warum der Zweifel? Weil ich mitten im Schreibprozess an den Charaktereigenschaften der Hauptpersonen herum geschraubt habe. Das bleibt natürlich nicht ohne Auswirkungen auf das bisher Geschriebene. Also habe ich mich zu Korrekturen hinreißen lassen. Obwohl doch jeder weiß, dass es nur eine Richtung geben darf und Arbeiten an schon verfassten Textpassagen auf die Motivation gehen. Tja. Schön und gut. Hab ich trotzdem gemacht. Ich wollte nicht, dass ich am Ende nicht mehr durch mein eigenes Manuskript durchsteige.

Am Freitag, den 21. November stand eine Geburtstagsfeier an. Ein Kunde von mir lud zu einer 20er-Jahre-Party ein. Da konnte ich schlecht absagen. Musste Nase zeigen. Das Problem war, dass zwischen mir und der Party etwa 500 Kilometer lagen. Dennoch redete ich mir die Welt schön. Ich würde rechtzeitig losfahren. Im Hotel einchecken. Dann noch ausreichend Zeit zum Schreiben haben, bevor es am Abend auf die Party geht.

Die Realität sah anders aus: Baustellen, Staus, Feierabendverkehr. Zum Glück tröstete mich der neue Fitzek. Die Lesung „Passagier 23“. Wie meistens bei Fitzek souverän von Simon Jäger vorgetragen. Schreiben konnte ich nur während der Pausen an den Autobahn-Raststätten. So wie es aussieht, war das ausreichend.

Übrigens schotte ich mich im Home-Office ganz einfach gegen den Familienlärm ab: Einmal In-Ear-Kopfhörer plus weitere Kopfhörer, in denen die Ohrmuscheln Platz finden. Das ist eine ausreichende Isolierung. Bei häufigen Unterbrechungen ist das allerdings eine aufwendige Prozedur.

Also: Der Zweifel ist da. Aber ich versuche ihn einfach zu ignorieren. Ich hoffe, dass ich Ende nächster Woche verkünden kann: Ich bin ein Nanowrimo Winner!

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