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Nanowrimo 2013 – Morgen geht es los

Morgen beginnt er, der National Novel Writing Month. Mindestens 50.000 Wörter sollen das Ergebnis des Schreibmarathons am Ende des Novembers sein.  Das sind gerundet 1.667 Wörter pro Tag. Das wiederum sind etwa sieben Manuskriptseiten (60 Zeichen x 30 Zeilen). Das ist viel. Noch viel mehr ist es, wenn man ohne Planung in so ein Projekt startet. Dann wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Rohrkrepierer – es sei denn, man ist der geborene Discovery writer.

Ich finde am Nanowrimo den eng gesteckten Zeitrahmen zur Fertigstellung des ersten Entwurfs reizvoll, weil er mich zum Organisieren und Planen zwingt. Schließlich nehme ich mir für dieses Projekt keinen Urlaub von meinem Brotberuf oder meiner Familie. Die Kunst ist es, die Zeit zum Schreiben in den Alltag zu integrieren. Ich hoffe, dass ich am Ende des Monats einen brauchbaren Rohentwurf habe. Den werde ich dann zwei bis drei Wochen ruhen lassen. Das wird mir in der hektischen Vorweihnachtszeit sicher nicht schwer fallen. Meine gewonnenen Zeitoasen fürs Schreiben möchte ich dann allerdings beibehalten. Es müssen ja dann nicht zwingend sieben Seiten pro Tag sein. Es gibt da noch ein paar Kurzgeschichten, die in Form gebracht werden wollen …

Dabei fällt mir ein, dass ich vielleicht endlich mal damit rausrücken sollte, worum es in meiner geplanten Geschichte geht:

Der neunte Kopf der Hydra
Berichte über Menschen, die ihr Gedächtnis verloren haben, sind ein beliebter Ansatz für Kriminalgeschichten. Die Betroffenen haben meist einen Teil ihrer Erinnerungen verloren. Im Laufe der Zeit kehren die verschollen geglaubten Erlebnisse wieder. Häppchenweise, aber langsam genug, um den Spannungsaufbau zu wahren. Dies ist eine ähnliche Geschichte. Mit einem kleinen Unterschied …
Adam befindet sich seit fünf Jahren in Therapie in einer neurologischen Klinik. Er hat sein Gedächtnis nicht nur zum Teil, sondern ganz verloren. Komplett ausradiert. Er musste nicht nur wieder sprechen lernen. Grundlegende Fähigkeiten wie zum Beispiel Lesen, Schreiben, Gehen, Verwendung von Messer und Gabel waren aus seinem Gehirn gelöscht.
Als er endlich vernehmungsfähig ist, wird er von der Polizei verhört und erfährt, dass man ihn vor fünf Jahren nur mit einer Hose bekleidet an einem Bahndamm in der Nähe eines verunglückten Zuges entdeckt hat. Konnte er aus dem Waggon klettern? Ist er herausgeschleudert worden? War er überhaupt im Zug gewesen? Wenn nicht, was hatte er dann am Bahndamm zu suchen? Warum war Adam nur mit einer Hose bekleidet? Warum hatte Adam keine Papiere bei sich, durch die man auf seine Identität hätte schließen können? Hat er etwas mit dem Zugunglück zu tun und täuscht seine Amnesie nur vor? Adam kann die Fragen der Polizei nicht beantworten. Ihr Misstrauen ist geweckt.
Er wird schließlich aus der Klinik entlassen. Ihm werden staatliche Fördermittel bewilligt, die ihm die ersten Schritte in sein neues, selbstständiges Leben erleichtern sollen. Eine Wohnung wird ihm für sechs Monate bezahlt. Er begibt sich auf Jobsuche. Dabei hat er ständig das Gefühl, beobachtet zu werden.
Während seiner Tätigkeit als Gärtner kommt es zu einem kleinen Unfall. Für ihn ist es ein einschneidendes Erlebnis. Adam wird klar, dass er anders ist als andere Menschen.

Und jetzt sind es nur noch 30 Minuten, bis es mit dem Schreiben der eigentlichen Geschichte endlich losgehen kann. Hier kann man übrigens sehen, um wieviele Wörter „Hydra“ täglich wächst:

Jasper Jetlag beim Nanowrimo

Man liest sich!
J.J.